Gedanken
Es scheint, als ob die Welt irgendwo falsch abgebogen ist
Vielleicht braucht die Welt nicht mehr „starke Persönlichkeiten“ oder selbsternannte „Alphas“, sondern mehr Menschen mit gesundem Menschenverstand, Bescheidenheit, Geduld und einer echten Bereitschaft zu lernen.
Menschen, die verstehen, dass Autorität nicht daran gemessen wird, wie laut jemand spricht oder wie viel Aufmerksamkeit jemand bekommt, sondern an der Qualität der getroffenen Entscheidungen und daran, wessen Leben dadurch verbessert wird.
Ein Wal ist gestrandet
Öffentliche Aufmerksamkeit konzentriert sich meiner Meinung nach oft stark auf sichtbare, einzelne Ereignisse, während komplexere oder weniger sichtbare Situationen wenig oder gar keine Beachtung in der breiten Masse finden.
Das wirft in mir die Frage auf, wie Aufmerksamkeit verteilt wird und wer oder was kollektive Prioritäten bestimmt.
Warum Klarheit wichtiger ist als Geschwindigkeit
Häufig möchte man schnell mal eben etwas fertigstellen, aber es kommt dennoch zu Verzögerungen, da wichtige Informationen fehlen.
Klarheit zu Beginn - das Verständnis des gesamten Umfangs und der Anforderungen der Beteiligten - reduziert Schleifen und führt insgesamt schneller zum Ziel.
Der Umweg
Viele Menschen stellen sich eine Karriere als eine gerade Linie vor. Meine war das nie.
Wenn ich früher auf meinen Lebenslauf blickte, fühlte es sich manchmal so an, als hätte mein Berufsleben vor allem aus Umwegen bestanden. Unterschiedliche Rollen, Verantwortlichkeiten, Branchen und immer wieder neue Blickwinkel - lange Zeit habe ich mich gefragt, ob das ein Nachteil ist.
Heute tue ich das nicht mehr.
Die wertvollsten Dinge, die ich gelernt habe, stammen nur selten daraus, dem offensichtlichen Weg zu folgen. Sie entstanden vielmehr dadurch, dass ich mich auf unbekannte Rollen eingelassen, unerwartete Probleme gelöst und Chancen ergriffen habe, die nicht in einen sorgfältig ausgearbeiteten Langzeitplan passten.
Interessanterweise habe ich auf meinen Reisen dieselbe Erfahrung gemacht.
Die Orte, an die ich mich am besten erinnere, liegen nur selten direkt an der Autobahn. Es sind die Straßen, die ich einfach deshalb eingeschlagen habe, weil sie interessant aussahen.
Vielleicht unterscheiden sich Karrieren gar nicht so sehr davon.
Ein Umweg fühlt sich nur so lange wie ein Umweg an, während man ihn geht.
Im Rückblick stellt sich oft heraus, dass es genau der Weg war, den man von Anfang an hätte gehen sollen.
Qualitätsanspruch ist nicht Perfektionismus
Ich habe in meinem Leben oft gehört, dass 70 % völlig ausreichen. Dass alles was darüber hinausgeht perfektionistisch sei.
So habe ich das nie gesehen.
Perfektion ist ein Ziel, das man niemals vollständig erreichen kann. Es gibt immer noch ein Detail, das sich verbessern lässt, eine weitere Idee, die es wert ist, verfolgt zu werden, oder eine weitere Iteration, die das Ergebnis noch ein Stück besser machen könnte.
Qualität ist etwas anderes.
Qualität bedeutet zu erkennen, wann etwas den eigenen Ansprüchen genügt. Es geht nicht darum, etwas makellos zu machen, sondern darum, etwas durchdacht, vollständig und seinem Zweck entsprechend gut umzusetzen.
Manchmal bedeutet das, bei 70 % aufzuhören.
Manchmal bedeutet es aber auch, noch eine Stunde länger an Details zu arbeiten, die vermutlich niemand bemerken wird.
Nicht, weil sie perfekt sein müssen.
Sondern weil sie für dich wichtig sind.
Zwischen dem Streben nach Perfektion und dem Anspruch an Qualität besteht ein entscheidender Unterschied. Ich habe stets versucht, Letzterem zu folgen.
Keine Gedanken entsprechen dieser Auswahl.
Fortsetzung folgt...